Goldbachschür
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Sonderausstellung

111 Jahre elektrische Kraft in Hüntwangen

Elektrische Strassenlampen mit «je 40 Kerzenstärken» erhellen ab 1911 die Strassen im Dorf. Hutfabrik, Bauern- und Gewerbehäuser werden an das Ortsnetz angeschlossen. Der Licht- und Kraftstrom veränderte und erleichterte den Alltag der Dorfbewohner.

Sonderausstellung

 

Wie kam es zu dieser Sonderausstellung?

Mittels Recherche im Gemeinde- und Staatsarchiv, sind wir mit Hilfe unseres leider verstorbenen Mitarbeiters Hugo Brenner, in diesen Protokollen über den Anfang des Elektrizitätszeitalters im Kanton Zürich und in Hüntwangen fündig geworden.

Zuerst ein paar Anekdoten aus den Gemeindeversammlungsprotokollen (kursiv Originalzitate).

Die auf Sonntag, 31.Januar 1909 um 13 Uhr unter Leitung von Gemeindepräsident E. Meier in Gottes Namen einberufene Gemeindeversammlung beschloss unter Traktandum 2 den Vertrag über Strassen- und Hausbeleuchtung mit der 1908 gegründeten EKZ anzunehmen. Die 15 Strassenlampen sollen mit einer Stärke von 40 Kerzen erleuchten.

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Die Hausbeleuchtung gab dann aber mehr zu reden. Von Gemeindeseite wurde die Übernahme der Kosten für den Hausanschluss und der Zuglampe in der Stube angeboten, sofern noch mindestens zwei weitere Lampen auf eigene Rechnung erstellt würden. Der Gemeinderat hatte Kosten für rund Fr. 5000.- budgetiert.  Ein Gegenantrag fand diese Kosten viel zu hoch: …wer sich die Annehmlichkeiten des elektrischen Lichts verschaffen wolle, solle das auf eigene Kosten tun… Die Abstimmung ...ergab bei 94 Anwesenden Votanten eine offenbar grosse Mehrheit für den gemeinderätlichen Antrag. Das Gegenmehr wurde nicht verlangt.

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11. November 1909 Traktandum 2: ... Anträge des Gemeinderats betreffend Kostenübernahme der elektrischen Beleuchtungsanlage in den Schulzimmern und Gängen des Schulhauses… ...Gegenantrag von Ferdinand Hauser betreffend Beleuchtung Lehrerwohnung… ... was unverhältnismässig sei ebenfalls der Gemeinde zu überbinden, dies liege auch nicht im Interesse der Bürger…  ...Nachdem Friedensrichter und Schulpräsident Keller den Aufschluss erteilt das für die öffentlichen Räume des Schulhauses lediglich 2 Schulzimmer, die Arbeitsschule und der Gang nicht aber die Lehrerwohnung in Betracht falle, ist das obwaltende Missverständnis gehoben… jedoch unter Vorbehalt, dass das südliche Schulzimmer von der Übernahme durch die politische Gemeinde ausgeschlossen werde, da es öffentlichen Zwecken nie oder wenigsten selten bei Nacht zu dienen habe….  Mit diesem Abänderungsantrag, der in der Abstimmung mit 37 zu 32 Stimmen siegt, wird dem Antrag des Gemeinderates und der Schulpflege angenommen.

Im Sommer 1911 erleuchteten die ersten 15 Lampen die Strasse durchs Dorf Hüntwangen.

Nun zu den Ausstellungsobjekten

Mit einer Originalhauszuleitung direkt ab (Telefon) Stange an die Giebelwand und der Strassenlampe mit dem 40 Kerzenstärke Licht. Utensilien der kletternden Freileitungsmonteure mit ihren schmiedeisernen Haken an den Schuhen. Lampen, Glühbirnen, Steckdosen und offene leicht isolierte Leitungen erinnern daran, dass es nicht immer ganz ungefährlich war. Der mobile Motor, jeweils verbunden mit dem Anschluss am nächsten stehenden Elektrostange für die Dreschmaschine oder Holzfräse, sowie der Antriebsmotor der Transmission im inzwischen im Umbau befindlichen Oekonomiegebäude der Fam Schmid sind zu besichtigen. Einige weitere Ausstellungsstücke konnten aus Objekten in Hüntwangen gesichert werden.

Sonderausstellung

Für Jung und Alt hat Gusti Sigrist eine ganze Anzahl von Experimenten zum besseren Verständnis des elektrischen Stroms bereitgestellt. Mehr Informationen zum Strom im Kanton Zürich ab Tafel oder interaktiv am Bildschirm.

 

 

 

 

 

Sonderausstellung
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Kennen sie die 4 Trafogebäude in Hüntwangen? Suchen Sie im Dorf, ob noch oberirdische Elektroanschlüsse (Dachständer, Fassadenisolatoren) vorhanden sind.

 

 

 

 

 

Wir danken für die tatkräftige Unterstützung durch die EKZ Ohringen, Herrn Coulin von der EKZ Freileiter, dem EKZ Museum Stromhaus Burenwiesen Glattfelden, der Axpo und natürlich auch vielen Dank all den Hausbesitzern in Hüntwangen welche uns ihre alten Installationen zeigten, fotografieren oder gar demontieren liessen.

 

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Aktualisiert am 13.02.2022
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